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Impressionen und Texte

Schreiben Sie mir Ihre Gefühle, Ihre Eindrücke zu meinem Buch "Blinde-Schönheit" zu dem Thema "Blindheit und schönheit allgemein" und oder zu dem Ölbild "Einladung der blinden Venus"!

Gern stelle ich hier, nach Rücksprache mit Ihnen, einige Texte zu dem Themenbereich ein!

info@Captain-Handicap.de

Zu dem Bild „Einladung der blinden Venus“

„Das Bild ist wunderschön! Und in Lebensgröße wirkt es ja noch einmal überwältigender. Das schöne grüne Kleid gibt es wirklich? Ich glaube, das passt perfekt zu Ihnen. Und das Gemälde, das sind Sie, alles was Sie ausstrahlen, alles, was Sie sagen wollen. Das Bild ist wirklich gelungen, das kann man nicht anders sagen, eine schöne, sinnliche, starke Frau, und dabei irgendwie ätherisch, wie eine Fee, auch wegen der Blumen. Und was ich noch viel anerkennenswerter finde: Sie strahlen damit auf andere ab, Sie motivieren, Sie sind Vorbild, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Bild erfüllt einen Auftrag, der mir ganz persönlich auch sehr gut tut.
Allerliebst...
Ihre Jennifer Sonntag“

Hallo Frau Herrmann,

Das ist ja ein wunderbares Bild und ebenso wunderbar finde ich den Titel und Ihr Bestehen auf den weißen Stock. Übrigens hat die Künstlerin den Weißen Stock wie einen Zauberstab gemalt. Und letztlich ist er es auch. Er kann Menschen ins Leben „zurückzaubern“. Auch wenn ich nicht unterschätze wie schwer das ist.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrem „Zauberstab“.

Liebe Grüße

Theresia Jacobi

Weitere „Blinde-Schönheit“ Texte


Aufblühen durch das Schreiben

Ich merke jetzt während des Schreibens - es ist ein ganz seltsamer Prozess. Es ist, als ob da etwas in mir, eine in mir, plötzlich eigenständig beginnt zu erzählen,
aufzuleben, sich den Raum zu nehmen. Als ob sich der Text irgendwie und irgendwann von selber schreibt. Das ist ein ganz irres Gefühl!

Das ist die tanzende Heike, die sich durch die zunehmende Erblindung doch sehr eingeschränkt fühlt und so sehr auf die Bühne des täglichen Lebens zurückkehren und tanzen will.

Heike Herrmann

Hommage an meine Haut

Ich bin ein Frühling-Herbst-Mischtyp – dachte ich! Nein, meinte eine Imageberaterin neulich in einem Seminar. „Sie sind ein Frühlingstyp! Sie haben eine zarte, helle, durchschimmernde und empfindsame Haut! Und das macht den Frühlingstypen eben aus!“ Auch sie ist einer und ich konnte an ihr sehen, was auch meinen Haut- und Farbtypen ausmacht.

Meine Haut ist für mich als fast blinde und sonst mehrfachbehinderte Frau mit das wichtigste Sinnesorgan. Sie ist Abbild meines Wohlbefindens und genießt meine besondere Aufmerksamkeit.

Meine Haut ist für mich etwas schönes und besonderes. Es ist für mich eine wunderbare Erfahrung mit meiner oder der Haut eines Partners in Kontakt zu sein! Die Wahrnehmung von und über meine Haut ist besonders sensibel und ich genieße das sehr!

Ich habe immer geglaubt ich sei nicht eitel. Oft wurde mir vorgehalten ich sei für Komplimente unzugänglich. Weil ich die üblichen Schönheitsideale, wie sie meistens von sehenden Menschen bevorzugt werden, nicht teile und ihnen auch nicht entspreche. Ich habe mir, im laufe meiner Erblindung, meine eigene taktile Wahrnehmung erschlossen. Je blinder ich wurde, desto wichtiger wurde für mich das Hören, der Tast- und Geruchssinn. Und umso interessanter wurde die Begegnung mit meiner eigenen Haut. Ich widme Ihr sehr viel Aufmerksamkeit. Sie ist etwas sehr gesundes und schönes an mir! Rein optisch entspricht meine Haut auch nicht dem üblichen schönheitsideal. Sie wird im Sommer eher rot als braun und ich bin weit entfernt von dem in der Regel bevorzugten dunklen Hauttyp. Wer sie zart berührt, erlebt allerdings eine angenehme Überraschung!

Mit ausreichend Abstand von den üblichen Wahrnehmungen und meist negativen Selbst- oder Fremdbewertungen, nehme ich mir gerne regelmäßig die Zeit und widme mich meiner Haut, Wenn ich das tue bin ich selbst immer wieder von der Zartheit und Weichheit meiner Haut fasziniert. Die haut an meinem Körper ist sehr glatt und geschmeidig und weißt kaum Unreinheiten auf! Seit ich angefangen habe mich regelmäßig zu rasieren und meine Haut zu enthaaren bemerke ich eine interessante Verstärkung ihrer Sensibilität.

Die Hinwendung zu meiner Haut ist eine Hinwendung zu mir selbst. Für mich ist es eine sehr sinnliche Erfahrung mich in einem warmen Bad meiner Haut zu widmen. Ins Badewasser kommt ein milder Badezusatz und viel Babyöl. Oder auch mal Sanddornöl, was meiner Haut hinterher nicht nur geschmeidige Zartheit, sondern auch einen sehr sinnlichen Duft verleiht.

So kultiviere ich hier meine ganz eigene Eitelkeit, die unabhängig ist von dem, was die meisten rein visuell betrachtet, schön finden. Ich lege sehr viel wert auf den Erhalt meiner Haut und auf ihren guten Duft. Das mag ich auch bei Anderen. Ich bin stolz darauf, dass, obwohl ich nun schon Mitte dreißig bin, bisher noch keine typischen Alterserscheinungen sichtbar sind. Was an Narben und an Lebensgeschichte sichtbar ist, tritt unter der Berührung sanfter Hände in den Hintergrund. Dann bleibt da vor allem Zartheit, Sensibilität und eine besondere Intensität!

Susanne Aatz

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